Lichtassistenzsystem für die
räumlich-zeitliche Orientierung älterer Menschen

 
 


Systembeschreibung

Guiding Light ist ein neues Lichtassistenzsystem, welches die personenbezogene Einordnung in Tages- und Nachtzeiten sowie die Verortung und das Sich zurechtfinden in einem jeweils gegebenen Wohnraum unterstützt.


Das System dient der:


  1. persönlichen zeitlichen Orientierung durch Stützung der zirkadianen Rhythmik

  2. räumlichen Navigation mittels individualisierter Aufmerksamkeitslenkung.


Guiding Light setzt über Gebäudebussysteme steuerbare Leuchten unterschiedlichster Bauart zur gezielten personalisierten Regelung der Lichtverhältnissen in allen Räumen einer Wohnung und ein personalisiertes Informationssystem zur Rückmeldung von Art und Ausmaß der Überbrückung von räumlichen Distanzen der Person ein.


   





Systemkomponenten

Das Lichtassistenzsystem nutzt tageszeitliche Lichtfarbvariationen für


  1. die Stützung der zirkadianen Rhythmik,

  2. situative Veränderung der Lichtverteilung für die Orientierung im Raum, objektbezogene Lichtintensitäten zur Unterstützung von Sehaufgaben und

  3. Lichtsignale als gezielte Zeichensysteme.

  4. Der Einsatz von Licht wird durch intelligente Regelungstechnik personalisiert.


Das Informationssystem erfasst wichtige Vitalparameter wie z.B.

  1. persönliche Mobiltätsmaße und

  2. kardiovaskuläre Gesundsheitswerte,


stellt diese auf unterschiedlichen Visualiserungsgeräten übersichtlich dar und ermöglicht den gezielten Austausch von Informationen unter den betroffenen älteren Menschen sowie ihren Betreuungs- und Pflegepersonen.





Zielsetzung

Der Einsatz von Guiding Light wird zu einer besseren Alltagsstrukturierung und gerichteten räumlichen Mobilität führen.


Dies trägt in der Folge dazu bei,

  1. die Lebensqualität,

  2. Autonomie,

  3. Teilhabe am sozialen Leben,

  4. Fertigkeiten und

  5. beruflichen Einsatzmöglichkeiten

älterer Menschen zu erhöhen und zu stärken.


Guiding Light birgt großes Potential für weitere Einsatzbereiche, in denen eine räumliche und/oder zeitliche Orientierung für Menschen von Bedeutung ist.


Hierzu zählen

  1. intelligente Lichtleitsysteme für Museen,

  2. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

  3. sowie Lichtlösungen zur individuellen Signalisierung wichtiger Alltagstätigkeiten wie z.B. Medikamenteneinnahme.



 
   



Konsortium

Die Entwicklung und Evaluation von Guiding Light wird vom europäischen Forschungsprogramm “Ambient Assisted Living Joint Programme” unterstützt (AAL-2011-4-033) und von folgenden Partnern durchgeführt:

  1. Fachhochschule Vorarlberg, Österreich, Prof. Dr. Guido Kempter, guido.kempter@fhv.at

  2. Tridonic GmbH & Co KG, Österreich, Dr. Heinz Seyringer, heinz.seyringer@zumtobel.com

  3. Bartenbach Lichtlabor GmbH, Österreich, Mag. Wilfried Pohl, wilfried.pohl@bartenbach.at

  4. myVitali AG, Schweiz, Mag. Tom Ulmer, tom.ulmer@myvitali.com

  5. apollis - Institut für Sozialforschung und Demoskopie O.H.G., Italien, Dr. Hermann Atz, hermann.atz@apollis.it

  6. YOUSE GmbH, Deutschland, Dr. Christoph Nedopil, christoph.nedopli@youse.de



          
    


                        


              








Förderinformation


Ambient Assisted Living Joint Programme (AAL JP) ist eine Artikel 185 Initiative im

7. EU-Forschungsrahmenprogramm.


Im Fokus des AAL JP steht die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen auf der Basis von Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch diese innovativen Entwicklungen soll ein möglichst langes und selbständiges Leben im privaten Umfeld gewährleistet werden.


Die 4. Ausschreibung des AAL JP hat den Schwerpunkt "ICT-based Solutions for Advancement of Older Persons' Mobility". Ziel ist die Erhöhung der Mobilität im Wohnumfeld (indoor mobility) und außerhalb des Wohnumfelds (outdoor mobility).


  
  






Projektkoordinator


Fachhochschule Vorarlberg

UCT Research

Hochschulstraße 1

6850 Dornbirn, Österreich


P 0043 (0) 5572 792 7300

E guido.kempter@fhv.at

 


Mit mentaler Orientierung wird die Fähigkeit umschrieben, sich zeitlich und örtlich personengerecht zu verhalten bzw. zu wissen, wo man sich zu einem bestimmten Tageszeitpunkt in welcher Rolle befindet und welche Tätigkeit jeweils ansteht. Diese Fähigkeit zählt zu den Grundvoraussetzungen der räumlichen Mobilität bzw. der gezielten Überbrückung räumlich-zeitlicher Distanzen.


Der Verlust der mentalen Orientierung kann einzeln oder insgesamt als Symptom verschiedener altersspezifischer Störungen oder Krankheiten auftreten und geht bei älteren Menschen oft mit ungerichteter Mobilität, der Unfähigkeit zur Alltagsstrukturierung und mit für die Pflegepersonen auf Dauer belastenden Aufgaben einher.